{"id":3470,"date":"2021-01-29T13:42:51","date_gmt":"2021-01-29T12:42:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.foietlumiere.ch\/wordpress\/?page_id=3470"},"modified":"2021-01-29T13:47:32","modified_gmt":"2021-01-29T12:47:32","slug":"m-h-mathieu-der-geist-der-grundung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.foietlumiere.ch\/wordpress\/?page_id=3470","title":{"rendered":"M-H Mathieu &#8211; Der Geist der Gr\u00fcndung"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/foietlumiere.ch\/uploads\/images\/publications\/publications_006.jpg\" alt=\"\" width=\"150\"\/>&nbsp; <em>Der Geist der Gr\u00fcndung<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Die umfassende Bewegung von Weltbedeutung,&nbsp; Glaube und Licht, ist vor vierzig Jahren aus dem tiefen Mitgef\u00fchl von Marie-H\u00e9l\u00e8ne Mathieu und von Jean Vanier f\u00fcr die Familien mit Kindern mit Behinderung, die bis dahin in der Kirche wenig aufgenommen waren,&nbsp; entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer h\u00e4lt Glaube und Licht seit der Entstehung lebendig? Die zwei Gr\u00fcnder berichten.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong>Am Anfang war eine Wallfahrt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Wie konnte im Revolutionsjahr 1968 die sehr verr\u00fcckte Idee von einer Wallfahrt nach Lourdes f\u00fcr Menschen mit einer geistigen Behinderung mit ihren Eltern hervorbrechen? Warum hat diese Wallfahrt von Glaube und Licht drei Jahre sp\u00e4ter zur Entstehung einer internationalen Bewegung gef\u00fchrt, die heute mehr als 1500 Gemeinschaften in achtzig L\u00e4ndern der Welt z\u00e4hlt?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&nbsp;Bericht von Marie-H\u00e9l\u00e8ne Mathieu.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Das ist eine sehr sch\u00f6ne, erstaunliche Geschichte, mit ihrem Auf und Ab und ihren Wunderwerken, die aufzuschreiben ich k\u00fcrzlich angeregt wurde, wobei ich immer wieder aufs Tiefste entdecke, wie das ein Werk Gottes war.<\/p>\n\n\n\n<p>In den 60er Jahren tr\u00e4umten Camille und Gerard, ein junges Landwirte-Ehepaar in Somme von einer zahlreichen Familie. Sie kennen den Schmerz \u00fcber die schwere Behinderung ihrer zwei einzigen Kinder, Thadd\u00e9e und Loic. Sie beschlie\u00dfen gemeinsam nach Lourdes zu reisen. Aber es ist kein Platz f\u00fcr sie in der Di\u00f6zesanwallfahrt: <em>\u201eEs ist f\u00fcr euch unm\u00f6glich euch einzuschreiben. Eure Kinder werden nichts verstehen; \u00fcberdies werden sie die anderen Pilger st\u00f6ren.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Egal, sie werden auf ihre eigenen Kosten fahren. Die gleiche Reaktion der Hotelmanager: <em>\u201eGebt sie in die Betreuung von Notre-Dame. Das ist ein Ort f\u00fcr sie.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch hatte einer Mitleid mit ihnen und war bereit sie zu nehmen, aber mit der ausdr\u00fccklichen Bedingung, dass die Mahlzeiten in ihrem Zimmer serviert werden. W\u00e4hrend dreier Tage bringen ihnen die Reaktionen und die Blicke&nbsp; das gleiche Unverst\u00e4ndnis entgegen. Von Lourdes ausgeschlossen, f\u00fchlen sie sich aus der Kirche ausgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit ihnen hatten Jean Vanier und ich die Idee einer Wallfahrt, der wir den Namen \u201eGlaube und Licht\u201c gaben. Sie richtete sich an Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien. Damit sie sich nicht wieder ganz einsam f\u00fchlen, wurde jeder von einem jungen Freund begleitet. Man bereitete sich in der Gemeinschaft vor, man erwartete keine Wunder der Heilung des Verstandes, aber&nbsp; unserer Herzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Jahre der Vorbereitung voller Schwierigkeiten, Einw\u00e4nde und sogar Opposition. Aber wir f\u00fchlten uns von der Hand Gottes getragen und einer nach dem anderen \u00fcberwanden wir die Hindernisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Karfreitag 1971 sind wir zw\u00f6lftausend Pilger aus f\u00fcnfzehn L\u00e4ndern, versammelt&nbsp; auf der Esplanade du Rosaire.<\/p>\n\n\n\n<p>Viertausend haben&nbsp; eine geistige Behinderung. Drei Tage des Friedens und unsagbarer Freude. Nach und nach \u00fcberwinden die Bewohner von Lourdes die Angst &#8211; manche hatten die Rollbalken bei ihrem Gesch\u00e4ft hinuntergelassen \u2013 zur \u00dcberraschung, dann zur Bewunderung. Wie konnte sich bei solchen Leiden, so vielen Verletzungen&nbsp; eine so gro\u00dfe Hoffnung \u00e4u\u00dfern? Das war das Wunder von Lourdes, das Wunder der Herzen, das wir anstrebten. Man entdeckte, dass der behinderte Mensch zwar in seiner Intelligenz beeintr\u00e4chtigt ist, nicht aber in seiner F\u00e4higkeit zu lieben. Sein gro\u00dfer Durst war, geliebt zu werden, lieben zu k\u00f6nnen, sich n\u00fctzlich zu f\u00fchlen. Er rief jeden dazu auf, sein Bestes zu geben und er ver\u00e4nderte viele Familien, die mit den Kleinsten um sich herum verbunden sind. Dort wo die Liebe ist, k\u00f6nnen die Freude und das Leid nebeneinander bestehen. denn das gr\u00f6\u00dfte Ungl\u00fcck ist nicht, eine Behinderung zu haben, sondern nicht angenommen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&nbsp;\u201eWIR WOLLEN,&nbsp; DASS GLAUBE UND LICHT WEITERBESTEHT\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Augenblick des Abschiednehmens erhebt sich ein Aufschrei: <em>\u201eEs ist nicht m\u00f6glich, dass es aus sein sollte. Wir wollen, dass Glaube und Licht weiterbesteht\u201c. <\/em>Darauf antwortete Jean Vanier: <em>\u201eLasst euch vom Heiligen Geist leiten. Trefft euch weiterhin in der&nbsp; Gemeinschaft der Freundschaft, des Gebetes, der Feier. Organisiert&nbsp; andere Wallfahrten,&nbsp; Feste \u2026\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Wallfahrt war beendet, aber die Bewegung Glaube und Licht&nbsp; war vor der Grotte von Massabielle geboren, dort wo die Jungfrau Maria Bernadette, die Armseligste, die am meisten Verachtete der Stadt erw\u00e4hlt hat, ihre Botschaft der Liebe der ganzen Welt zu verk\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Monate und Jahre, die diesem Ereignis von Lourdes folgten, sind schwierig. In Frankreich ruft die Entfaltung einer neuen Bewegung Besorgnis, Spannungen und Widerstand hervor.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch machen wir Fortschritte \u2026 Im Laufe der Jahre wird uns bewusst, dass vor allem Jesus uns den schwachen Menschen anvertraut hat, mit dem Er sich identifiziert. Gerade ihm offenbart Er seine Geheimnisse, mehr als den Klugen und Gelehrten. Zu gleicher Zeit hat Er uns die Gemeinschaft Glaube und Licht gegeben, einen Ort, wo man Zusammengeh\u00f6rigkeit leben kann. Dort treffen wir mit ihnen zusammen, Eltern, Freunden, vor allem mit Jungen, und einem Geistlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bem\u00fchen uns, einen Leib zu bilden: dieser Leib, von dem der heilige Paulus sagt, dass jedes Glied seine einzigartige Rolle einnimmt, <em>\u201eaber die Schw\u00e4chsten sind die Notwendigsten und sie sind es, die am meisten geehrt werden m\u00fcssen\u201c <\/em>(1Kor 12,22-23).Mindestens einmal im Monat, manchmal \u00f6fter, erleben wir miteinander eine Begegnung der Freundschaft und des Teilens, des Gebetes und der Feier. Sie setzt sich in der Treue fort: ein Anruf, ein Mail oder eine Postkarte, Aufpassen auf ein Kind \u2026&nbsp; Man ist nicht mehr ganz einsam. Dort, wo ein Freund ist, ist ein Weg. Der zerbrechliche Mensch hat eine geheimnisvolle Gabe, die Herzen zu verwandeln, er l\u00e4sst andere Werte erkennen als Geld, Macht, Ansehen. Er f\u00fchrt auf den Weg der Seligpreisungen. Er macht alterunterschiede, Hautfarbe, soziales Milieu bedeutungslos \u2026 Auch in einer Gemeinschaft in einem vornehmen Bezirk treffen einander Freunde, ein junger Arbeiter-Vater und ein Direktor eines Unternehmens, denn beide haben ein Kind mit Downsyndrom. Glaube und Licht<\/p>\n\n\n\n<p>hat uns auch auf den Weg der \u00d6kumene gef\u00fchrt, denn der Kleinste \u00f6ffnet die Herzen, ungeachtet der Vorurteile und l\u00e4sst zu, dass die Mauern brechen. Es ist eine Freude, katholische, anglikanische, protestantische Gemeinschaften verschiedener Traditionen, orthodoxe oder interkonfessionellen Gemeinschaften zu sehen, die Gott im gemeinsamen Gesang inst\u00e4ndig anflehen: <em>\u201eVater, mach uns eins\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong>\u201eDU&nbsp; BIST&nbsp; VON GOTT GELIEBT, SO WIE DU BIST\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als wir 1975 anl\u00e4sslich des Heiligen Jahres auf Wallfahrt in Rom waren, bekr\u00e4ftigte Paul VI die Zeichen seines Vertrauens und seiner Zuneigung. Im Petersdom, durch so viel Leid, so viel Vertrauens und so viel kindliche Liebe ber\u00fchrt, verzichtete er auf&nbsp; Seiten seiner offiziellen Rede, um sich an alle pers\u00f6nlich zu wenden. <em>\u201eIch m\u00f6chte jedem verst\u00e4ndlich machen: du bist von Gott geliebt, so wie du bist. Er wohnt in deinem Herzen. Hab Vertrauen zu Ihm.\u201c<\/em> Die Wallfahrer sind mit der freudigen Gewissheit heimgekehrt, dass sie innig geliebte Kinder Gottes sind und einen beg\u00fcnstigten Platz in ihrer Kirche haben. Viel sp\u00e4ter, 1984, hat Papst Johannes-Paul II alle Verantwortlichen der ganzen Welt in Rom empfangen und von neuem ermutigt, sich in den Pfarren zu integrieren, indem er ihnen den Auftrag gab, dem Wort Jesu Gestalt zu geben: <em>\u201eWenn du ein Fest gibst, lade die Armen ein, die behinderten Menschen, die Blinden, und du wirst gl\u00fccklich sein\u201c <\/em>(Luk 14, 13).<\/p>\n\n\n\n<p>Da sie aus einer Wallfahrt entstanden sind, begeben sich Glaube und Licht &#8211;&nbsp; Gemeinschaften gerne an einen heiligen Ort, mit Vorliebe in die Stadt Lourdes. Die erste war Marthe Robin, die anl\u00e4sslich eines privaten Gespr\u00e4chs mich auf den Gedanken brachte, dass es sch\u00f6n w\u00e4re, zum zehnten Jahrestag seit unserer Gr\u00fcndung dort der Jungfrau Maria f\u00fcr so viele Gnaden zu danken. Der Rhythmus einer Wallfahrt alle zehn Jahre wurde so ganz nat\u00fcrlich begr\u00fcndet, ein Treffen der internationalen Familie und jedes Mal ein neuer Anlauf, gest\u00e4rkt durch eine wichtige Botschaft des Papstes.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong>ZEICHEN DER HOFFNUNG<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den Jahren 2011-2012 sind nahezu f\u00fcnfzig Wallfahrten von Lourdes aus in alle Gegenden der Welt aufgebrochen, die jeden aufriefen, Bote der Freude zu sein. Was die Verantwortlichen von heute betrifft, haben sie den Zuspruch mit Treue und gro\u00dfer \u00dcberzeugung angenommen, im Bewusstsein, dass Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen sind: das Altern zahlreicher Gemeinschaften, gelegentliche M\u00fcdigkeit und Mutlosigkeit, Angst vor der Verpflichtung im Besonderen bei den Jungen, Verweltlichung der Umgebung \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann, trotz des erheblichen Fortschritts, der&nbsp; seit vierzig Jahren in der Beliebtheit der Menschen mit einer Behinderung (weniger in den Entwicklungsl\u00e4ndern) erreicht wurde, wei\u00df&nbsp; man, wie sehr sie ausgegrenzt bleiben bis zu ihrer gelegentlich systematischen Beseitigung vor der Geburt.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser Herausforderungen scheint Glaube und Licht sehr klein, l\u00e4cherlich, <em>\u201eaber Gottes Gnadengaben und sein Berufung sind unwiderruflich\u201c <\/em>(R\u00f6m 11,29). In tiefster Dunkelheit gen\u00fcgt es, dass eine Lampe aufflammt, damit die Dunkelheit nicht noch dunkler&nbsp; werde. Glaube und Licht ist nicht nur eine Antwort, sondern auch ein Zeichen der Hoffnung. Von jedem von uns h\u00e4ngt die Strahlkraft ab, heute \u2026&nbsp; f\u00fcr morgen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong>Marie-H\u00e9l\u00e8ne Mathieu<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;(1) Plus jamais seuls, l\u2019aventure de Foi et Lumi\u00e8re,Marie-H\u00e9l\u00e8ne Mathieu mit Jean Vanier,&nbsp; 2011, Ed. Presses de la Renaissance. \u00dcbersetzt in brasilianisch, italienisch, portugiesisch, polnisch; in Vorbereitung spanisch und englisch.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong>Glaube und Licht in Gr\u00f6nland?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eWir haben nie das Wachstum von Glaube und Licht in der Welt geplant. Wir haben uns nie gefragt: warum nicht dieses oder jenes Land, wo die Bewegung schon besteht, mit einzubeziehen, oder warum nicht unseren Blick auf diesen oder jenen Teil der Welt zu werfen? Dennoch stellte mir Jean-Jacques, ein Mitglied unserer Gemeinschaft, mit Downsyndrom und schwerer visueller Schw\u00e4che, regelm\u00e4\u00dfig die Frage nach dem Wachstum von Glaube und Licht. Die Bewegung hatte sein Leben ver\u00e4ndert und er war von dessen Strahlkraft besessen. Jede Woche hatte ich die Aufforderung: <em>Gibt es Glaube und Licht in Gr\u00f6nland?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8211; Nein, Jean-Jacques.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8211; Dann, Marie-H\u00e9l\u00e8ne, ich glaube, du m\u00fcsstest damit anfangen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong>Marie-H\u00e9l\u00e8ne Matthieu,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auszug aus dem Buch <em>\u201ePlus jamais seuls\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der Geist der Gr\u00fcndung Die umfassende Bewegung von Weltbedeutung,&nbsp; Glaube und Licht, ist vor vierzig Jahren aus dem tiefen Mitgef\u00fchl von Marie-H\u00e9l\u00e8ne Mathieu und von Jean Vanier f\u00fcr die Familien mit Kindern mit Behinderung, die bis dahin in der Kirche wenig aufgenommen waren,&nbsp; entstanden. Wer h\u00e4lt Glaube und Licht seit der Entstehung lebendig? 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